Sprachverwirrung…

…ist das Ergebnis von
zu vielen Sprachen in einem armen, kleinen Hirn. Und so werden Sprachen lustig
durcheinander gemischt und die ausgesprochenen Sätze muten manchmal etwas
sonderbar an. Hier eine kleine Kostprobe: „Voce go by bus?“ - sollte eigentlich
auf Englisch heißen: Fährst du mit dem Bus? Dumm nur, dass Miriam das englische
„you“ mit dem portugiesischen „voce“ ersetzte und die Frage zudem nach
portugiesischer Manier einleitete. Ein allgemeiner Lacher war die Folge, zumal
Miriam nicht einmal bemerkte, dass sie die Sprachen mischte. Nett war auch “Was
get‘st du?“ – sollte eigentlich mal ein deutscher Satz werden und heißen: „Was
bekommst du?“ Aber was will man auch erwarten, wenn man miteinander Deutsch
redet, mit den Kindern und Mitarbeitern Portugiesisch und der
Portugiesisch-Unterricht auf Englisch stattfindet… J Ihr seht wir lachen viel und haben
jede Menge Spass –auch beim Portugiesisch-lernen.
Unsere
neue Stärke: Improvisation
Wenn man etwas nicht
so bekommen kann, wie man es eigentlich bräuchte, dann muss man sich etwas
einfallen lassen. Was das anbelangt sind wir sehr kreativ geworden. Unsere alte
Duschfunktion haben wir euch ja schon vorgestellt. Unser Herd ist ebenfalls
sehr eigenwillig. Da unser Gas sich in der Brennstärke nicht variieren lässt,
variieren wir eben, indem wir die Töpfe mal mehr und mal weniger aufs Gas
stellen – man ist ja kreativ! Oder hat beispielsweise jemand von euch schon
einmal sein Eisfach mit Hammer und Messer bearbeitet, um an die eingefrorenen Köstlichkeiten
zu gelangen? Nicht??? Hm, ihr habt echt was verpasst – der Begriff
Nahrungssuche bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Macht man sich doch in
einem völlig zugeeisten Eisfach auf die Suche nach den Lebensmitteln. Steife
Finger und die Erkenntnis, dass man mit einem Topf kochenden Wassers auch ein
Eisfach abtauen kann, waren die Folge. Nach einer halben Stunde hatten wir
zumindest unser Fleisch gefunden… .
Downtown
im strömenden Regen
Zweieinhalb Stunden
manövrierte uns Christian durch den sich langsam fortschlängelnden Strom der
Autos im Großstadtjungel von Sao Paulo, bevor wir die Innenstadt erreichten. Wo
könnte Ich innerhalb von zweieinhalb Stunden von Erfurt aus nicht überall sein?
Zeit und Distanz bekommen hier recht schnell eine andere Bedeutung. Kaum
stiegen wir aus dem Auto aus, begannen sich die Schleusen des Himmels zu
öffnen, als wenn unser Vater uns dran erinnern wollte, dass, trotz der
sommerlichen 26-28 Grad, gerade Regenzeit ist. So folgten wir einem bald
triefend nassen Christian durch die Innenstadt (Er hatte sich Regensachen
mitgenommen, die sich jedoch als undicht erwiesen), während wir uns unter
unserem Regenschirm aneinanderschmiegten. Unser Großstadtbummel führte uns
unter anderem auch in die christliche Einkaufsmeile. Dort bekommt man alles was
irgendwie mit dem Glauben zu tun hat: Cd`s, DVD`s, Bücher, T-Shirts, Anzüge und
Krawatten für den Pastor, Röcke für die Pastorenfrau, abgepackten und geweihten
Abendmahlswein, Kanzeln und sogar Kirchenbänke und Taufbecken. Dazu sollte ich hier noch erwähnen, dass es
in Brasilien keine Voraussetzungen für den Beruf des Pastors gibt. Wer immer
will kann sich ein paar Stühle in die Garage stellen und eine Gemeinde gründen,
und genau das gibt es hier auch zuhauf. Neben unseren Weihnachtseinkäufen
kauften wir hier auch drei CD´s, unter anderem eine von Rich Mullins (Jesus
Project). Wieder zu Hause angekommen war es gerade diese CD, die uns den Tag
und unseren Besuch der Innenstadt zu etwas ganz Besonderem machte, da sie uns
die Leidenschaft, die Rich für Gott hatte vor Augen führte und uns
herausforderte, uns selber wieder mehr nach dieser Leidenschaft für Gott
auszustrecken.
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